Die Anwendung der universellen Lebensgesetze in einer wertschätzenden Unternehmenskultur

Wenn wir ein Unternehmen als lebendigen, sich selbst organisierenden  Organismus ansehen (was im Grunde genommen schon immer so war – die informelle Organisation war gegenüber der formellen immer die schöpferischere Kraft; nur wird es jetzt durch New Work u. a. auch äußerlich sichtbar), dann dürfen wir uns fragen, in welcher Art und Weise die 7 universellen Lebensgesetze hier wirken und wie wir uns diese im Unternehmensalltag immer wieder bewusst machen und danach handeln. Meines  Erachtens wird dies im Zuge der gerade statt findenden großen Transformation im Laufe der Zeit automatisch passieren.  Die Auflösung der starren Strukturen, die im letzten Jahrhundert  ihren Anfang genommen hat, ist etwas Zwangsläufiges. Sie folgt dem Gesetz des Rhythmus. Im Universum ist alles ständig in Bewegung, starres Festhalten oder  stark kontrollorientiertes Handeln  führt dazu, dass jedes System aus dem Gleichgewicht kommen muss, sei es Mensch oder unternehmerische Organisation. Manifest wird dieses Ungleichgewicht in Blockaden, Krisen und Konflikten, die sich auf verschiedenste Art äußern, sei es unternehmensintern (zwischenmenschliche Blockaden, Mobbing etc.), extern (Rückzug von Lieferanten, Wegbrechen von Kunden, Umsatzeinbrüche etc.) sowie bei den Mitarbeitern selbst (hoher Krankenstand, Demotivation, Dienst nach Vorschrift).

 

Folgen wir weiter dem Pfad der universellen Gesetze und betrachten wir diese unter dem Gesichtspunkt eines wertschätzen den Umgangs miteinander. Es gilt im Gesetz der Analogie: Wie innen, so außen. Ausgehend vom einzelnen Mitglied als Subjekt einer Gemeinschaft (und dies darf Grundsatz sein für alle Arten von Gemeinschaften, nicht nur Unternehmen)  und unter der Prämisse, dass Wertschätzung und gegenseitiger Respekt vor dem individuell Anderen Grundkonsens sein sollte, ist es, meiner Erfahrung  nach, notwendig, dass jeder Einzelne sich klar macht, welche Werte für ihn wichtig sind und wie er diese leben möchte. Dies Bedarf - und das ist anfangs nicht ganz einfach – einer gesunden Selbstreflexion, eine Art innere Inventur, bezogen auf die Fragen: Wer bin ich? Was will ich wirklich von Herzen? Wie will ich mein Leben gestalten? Hier stehen oft alte, negative Glaubenssätze, übernommene  Ansichten, selbsthemmende Verhaltensmuster oder Ängste dem klaren Blick und einer sich selbst nährenden Lebensvision entgegen. Ein erfahrener, externer Mentor kann in diesem Prozess begleitend zur Seite stehen und gegebenenfalls  beim Lösen der Begrenzungen und Blockaden unterstützend wirken. Wenn dann jeder Einzelne seine innere Motivation wieder entdeckt und auch nach außen in den Arbeitsprozess mit einbringen kann (was für eine wertschätzende Organisation selbstverständlich sein dürfte), wird sich das gesamte Unternehmen auf längere Sicht  und nachhaltig im positiven Sinne verändern. Im Innen, wie im Außen. Darüber hinaus wird sich ein natürlicher Ausleseprozess einstellen: Mitglieder einer Gemeinschaft werden dann nur noch diejenigen sein, die sich mit dem Wertebegriff der Organisation identifizieren und deren innere Motivation mit der Zielrichtung der Gemeinschaft übereinstimmen. Alle anderen werden von sich aus einen anderen Weg einschlagen. Es gibt ein schönes Sprichwort: Mach Frieden mit Dir selbst, dann entsteht Frieden in der Welt. Dies ist auf jegliche Art von zwischenmenschlicher Beziehung (und um nichts anderes  geht es auch in einer unternehmerischen Organisation) anwendbar. So entsteht Balance.

 

Womit wir bei einem weiteren Lebensgesetz wären: dem Gesetz des Ausgleichs. Ein Unternehmen der neuen Zeit (ich nenne es mal so) wird (oder sollte) immer darauf bedacht sein, sowohl seine internen als auch seine externen Partner (Mitarbeiter, Stakeholder, Lieferanten, Kunden) stets mit Würde zu behandeln. So entsteht ein natürlicher, sich selbst nährender und sich immer wieder selbst ausgleichender Fluss von Energie im lebendigen Organismus Unternehmen. Extreme (z. B. Ausbeutung) auf der einen Seite rufen immer Extreme (z. B. Widerstand in jeglicher Form)  auf der anderen Seite hervor (bildlich gesprochen: sitzt ein großes Gewicht auf der linken Seite der Waage, muss sich aufgrund der universellen Gesetze auf der rechten Seite ebenfalls ein großes Gewicht bilden, um die Balance wieder herzustellen; dies gilt für alle Bereiche des Lebens gleichermaßen).  Ein großer Vorteil eines wertschätzenden, würdevollen Umgangs miteinander sowie intrinsischer Motivation ist die Tatsache, dass in der Gemeinschaft dadurch im buchstäblichen Sinne eine spezifische, gemeinschaftseigene  Atmosphäre bzw. Schwingung erschaffen wird, die sowohl intern als auch im Außen spür- und sichtbar wird. Hier zu nennen wäre z. B. das Verhalten und Auftreten der Mitarbeiter eines Unternehmens gegenüber dem Kunden (vom telefonischen Erstkontakt bis zum persönlichen empfang und Gespräch), die Art und Weise, wie Kommunikation gestaltet und praktiziert wird, die liebevolle Produktpräsentation etc. Dieses Phänomen ist nicht  so richtig greif- oder gar messbar, repräsentiert allerdings, wenn man so will, die Seele einer Gemeinschaft. Und diese kann den entscheidenden Unterschied ausmachen. Wir haben es hier mit dem Gesetz der Geistigkeit zu tun. Alles was existiert, ist Geist (im Sinne von Energie). Gedanken und innere Haltungen sind ebenfalls Energie. Und diese haben die Eigenschaft, sich im Laufe der Zeit zu manifestieren. Womit wir wieder beim oben beschriebenen Phänomen wären.

 

Unter diesem Aspekt können wir auch die zwei folgenden Lebensgesetze subsummieren:  das Gesetz der Anziehung (Resonanz) sowie das Gesetz von Ursache und Wirkung.  Alles, was geschieht, hat eine Ursache, fällt nicht einfach so vom Himmel, und immer eine Wirkung. Wenn wir dies in jedem bewussten Augenblick unseres Denkens, Sprechens und Handelns berücksichtigen, kommen wir automatisch wieder zu dem Punkt des wertschätzenden und würdevollen Umgangs mit uns selbst, unseren Mitmenschen und unserer Umwelt. Menschen und Organisationen, die im wahrsten Sinne des Wortes in sich selbst ruhen und mit sich selbst  im Frieden  sind, werden niemanden übervorteilen oder die Umwelt schädigen. Und genau diesen Weg gilt es, meiner Meinung nach, einzuschlagen. Wie wir auch sehen, durchdringt ein kosmisches Lebensgesetz das andere, jedes folgt aus dem anderen und bedingt das andere. Schauen wir uns das Gesetz der Resonanz noch einmal genauer an. Ein Unternehmen trägt Werte und eine Vision in sich. Werden diese tatsächlich von einem inneren Impuls getragen und gelebt, zieht genau das die Mitarbeiter (Lieferanten etc.) mit  ähnlicher innerer Einstellung (Resonanzfeld) an. Jede Gemeinschaft hat somit immer die „richtigen“ Mitglieder“ respektive jedes Mitglied ist immer in der „richtigen“ Gemeinschaft. Verändern sich die Resonanzfelder der Beteiligten durch Neuausrichtung der Gemeinschaft oder der inneren Einstellung der Mitglieder, werden sich zwangsläufig auch die äußeren Beziehungen ändern. Ein Mensch, der innere Ruhe, Frieden und Würde ausstrahlt, wird grundsätzlich niemanden anziehen, der sich selbst oder andere verachtet und würdelos behandelt.

 

Und als Letztes, u. a . für die zwischenmenschliche Kommunikation eminent wichtig, das Gesetz der Polarität: alles hat immer zwei Seiten. Und bedingt sich gegenseitig. Ohne Hell kein Dunkel. Ohne Tag keine Nacht. Ohne Yin kein Yang. Wenn wir dieses Prinzip berücksichtigen, fällt es uns leichter, uns in die Perspektive des anderen zu versetzen, im tatsächlich zu begegnen. Ein altes Indianersprichwort sagt sinngemäß: Geh ein paar Schritte in den Schuhen Deiner Feinde, und Du wirst ihre Motive verstehen. Und noch eins zum Schluss: Auf ein Auf folgt immer ein Ab. Diese Erkenntnis hilft uns, besser durch unsere eigenen „Täler“ zu gehen – als Mensch und als Unternehmen. Womit wir wieder am Anfang wären: Alles ist Rhythmus.

 

Ich wünsche Dir alles Liebe, inneren Frieden und viel Segen auf Deinem Weg.

 

Dirk Schulz